Übersicht über die - lange - Geschichte:

 

Das Gebäude:

Die Bergwerksdirektorenvilla am "Alten Uentroper Weg" entstand mit der Zeche Maximilian im Stadtteil Hamm-Uentrop. Die Zeche Maximilian im Stadtbezirk Hamm-Uentrop hat nur eine kurze Blütezeit erlebt. Um 1900 hat die Maximilianhütte aus dem oberpfälzischen Sulzbach-Rosenberg Mutungen für den Kohleabbau erworben, um ihre Hütte mit Kohle zu versorgen.
1902 wurden die ersten Schächte abgetäuft. Zu dieser Zeit begann auch der Bergarbeiterwohnungsbau in Uentrop. 1908 entstand neben den Steigerwohnungen am Grenzweg, direkt am Zecheneingang, auch die Bergwerksdirektorenvilla. Für die anzuwerbenden Arbeiter wurden Kolonien errichtet, von 1911 bis 1914 die Kolonie Maximilian sowie ab 1914 die Kolonie Ostwennemar.
Schon mit Realisierung der ersten Schächte hatte die Zeche Maximilian mit starken Wassereinbrüchen zu kämpfen. 1914 musste die Förderung wegen erneuter Wassereinbrüche vollständig gestoppt werden. 1921 wurde die Zeche endgültig stillgelegt, der Bergarbeiterwohnungsbau an diesem Standort zunächst nicht weiterverfolgt.

Nach dem II. Weltkrieg wurden Zeche und Wohnungen Eigentum der Salzgitter AG. Sie behielt die Werkswohnungen auch in ihrem Eigentum, als die Bergrechte für den Maximilianpark an die Ruhrkohle AG übergingen.
In den 60er Jahren trennte sich die Salzgitter AG von ihrem Wohnungsbestand. Gemeinsam erarbeiteten Ruhrkohle AG, Salzgitter AG und die Stadt Hamm ein Konzept zur umfassenden Erneuerung der Arbeitersiedlungen bei gleichzeitiger Privatisierung. Auch die Villa am "Alten Uentroper Weg" ging in Privatbesitz über.

Nachdem die Eigentümer Verkaufsbereitschaft signalisiert hatten, bemühte sich seit Mitte 1992 die Elterninitiative "Kindertagesstätte Hamm e.V." in Kooperation mit der Stadtverwaltung darum, das Gebäude als Standort für eine Tageseinrichtung für Kinder zu erwerben.
Anfang 1993 ging die Villa in das Eigentum der Stadt Hamm über.

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Die Elterninitiative:

Anfang 1991 gab die Erzieherin Gaby Wienkamp eine Anzeige im Westfälischen Anzeiger auf, mit der sie interessierte Eltern zur Gründung einer Kindergarten-Elterninitiative suchte. Die Resonanz auf die Anzeige war erfreulich und so begann eine Reihe von interessierten Eltern eine Konzeption für den Betrieb einer Kindertagesstätte zu erstellen. Nachdem einige Wechsel bei den Mitgliedern stattgefunden hatten, kristallisierte sich nach einiger Zeit ein beständiger Kreis von motivierten Personen heraus, so dass die konkrete Umsetzung des geplanten Vorhabens angegangen werden konnte.
Gemeinsam mit dem Jugendamt und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband suchte die Elterninitiative nun nach den geeigneten Räumlichkeiten für eine Kindertageseinrichtung. Aufgrund der auch in Hamm bestehenden angespannten Wohnungssituation gestaltete sich diese Suche äußerst schwierig. Eine Reihe von Objekten wurde eingehend geprüft, jedoch entsprach keines den Mindestanforderungen, die man für eine adäquate Kinderbetreuung zugrunde legen konnte.

Mitte 1992 wurde die Elterninitiative durch eine Hausangestellte der Eigentümer der o.g. Villa darauf aufmerksam gemacht, dass die Villa verkauft werden sollte. Daraufhin wurde, wie oben schon beschrieben, die Villa von der Stadt Hamm erworben.

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Zum Ablauf:Hinweis zum Umbau

Die Einrichtung soll folgende Gruppenstruktur erhalten:

Eine Gruppe für Kinder im Alter von 4 Monaten bis 6 Jahren 15 Plätze
Eine Gruppe für Kinder im Alter von 3-6 Jahren 20 Plätze
Eine Gruppe für Kinder im Alter von 3-14 Jahren 20 Plätze
   Summe: 55 Plätze

  

Die Förderung erfolgte aufgrund eines Landesprogramms, wonach bestimmte Nachnutzungen von Gebäuden mit stadtbildprägender Bedeutung besonders gefördert werden.

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Besonderheiten:

Die gesamte Maßnahme wurde in enger Kooperation zwischen Stadtverwaltung, Elterninitiative und Architekt durchgeführt. Durch eine gute Koordination und häufige direkte Abstimmungsprozesse konnte die Elterninitiative viel Eigenleistung bei den Umbauarbeiten einbringen, so dass die veranschlagten 1,033 Mill. DEM (knapp 530.000 Euro) Umbaukosten unterschritten wurden.

Neben den üblichen Verwaltungsdienstleistungen wurden von verschiedenen Dienststellen der Stadt zusätzliche Serviceleistungen angeboten, die von der Elterninitiative positiv genutzt werden konnten. Dies alles fand in einer guten Zusammenarbeit und in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre statt. Nachfolgend sind beispielhaft einige Ämter aufgeführt:

Das Jugendamt übernahm die Gesamtkoordination, informierte und vermittelte zwischen Elterninitiative, Architekt, städt. Dienststellen und anderen beteiligten Behörden:
Das Amt für Wirtschaftsförderung, Abt. Liegenschaften, regelte den Verkauf des Gebäudes.
Das Stadtplanungsamt, Abt. Standerneuerung, regelte sämtliche Aufgaben, die mit der Zuschussgewährung des Landes für die Umbaukosten anfielen.
Das Hochbauamt übernahm die Planung und Oberbauleitung für die gesamte Umbaumaßnahme.
Das Hauptamt organisierte in Abstimmung mit Elterninitiative und Jugendamt den Einkauf der Einrichtungsgegenstände.
Das Rechtsamt organisierte die vertraglichen Regelungen. Zudem informierte es die Elterninitiative umfassend über Details und Hintergründe von sämtlichen Versicherungsangelegenheiten.
Das Personalamt informierte die Elterninitiative über alle personalrechtlichen Angelegenheiten, die der Betrieb einer Kindertageseinrichtung mit sich bringt. Zudem übernimmt es die Gehaltszahlungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung, einschließlich aller damit zusammenhängenden Aufgaben.
Das Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit informierte die Elterninitiative über alle Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit und vermittelte zu den entsprechenden Medien.

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